Luminita Mihailicenco
Krümmung - der Raum zwischen Punkt und Komma

05.November bis 30.Dezember 2011

Luminita Mihailicenco legte im Februar 2011 ihr Diplom an der Akademie der Bildenden Künste im Fachbereich Malerei und Grafik ab. Die Künstlerin stammt aus Chisinau (Republik Moldau) und lebt und arbeitet seit 2005 in München. In Luminita Mihailicencos Arbeiten (Ölgemälde und Lithografien) mischt sich Reales mit traumhaften und mysthischen Elementen. Ein häufig wiederkehrendes Motiv sind Köpfe oder menschliche Umrisse, die in unwirkliche Umgebungen eingefügt oder phantastisch ausgeschmückt werden und so Raum lassen für Unbewußtes, hinter den Dingen Liegendes. 2006 hat sie einen Preis als beste Nachwuchskünstlerin der Republik Moldau erhalten, 2009 den Staatlichen Kunstpreis.


 

GEORG SCHNEIDER: HOLZSKULPTUREN UND OBJEKTE

01. bis 30.Oktober 2011

Seine Motive und Ideen findet Georg Schneider in seinem Alltag. Und auch das Ausgangsmaterial findet er teilweise im Wald oder auf dem Schrottplatz. So verarbeitet er häufig auch Metall in seinen abstrakten Holzskulpturen, experimentiert mit Marmor und Farbe. Die filigranen, figürlichen Schnitzarbeiten sind hingegen aus Lindenholz, einem relativ weichen Laubholz, das gleichmäßig dicht ist und eine einheitliche helle Färbung aufweist. Ebenso gut lässt sich die Zirbelkiefer verarbeiten, charakteristisch ist ihr rötlicher Farbton. Dass Schneider im katholisch geprägten Bayern lebt, sieht man an den mehrfach vertretenen Christus-Motiven. Er gewinnt der Darstellung des Gekreuzigten allerdings neue Aspekte ab, indem er das Kreuz bluten lässt oder ganz auf es verzichtet und den gemarterten Jesus in einen Holzstamm einbettet.

Die Galerie kunstvoll zeigt jetzt in einer Werkschau mit 30 Holzobjekten einen repräsentativen Querschnitt durch seine Arbeiten.


 

ANN-KATHRIN SPEIER: UNGEZÜGELTE BILDER

23.Juli bis 17.September 2011

Kaum 17 Jahre zählt die Manga-Künstlerin Ann-Kathrin Speier, doch ihre Bilder zeugen von Reife und Professionalität. Die Schülerin besucht die Fachoberschule für Gestaltung und Design. Als Kind schenkten ihr die Eltern zwei Mangabücher, ein Stoff der sie fortan nicht mehr losließ. Das Wort Manga kommt aus dem japanischen und bedeutet eigentlich wildes, ungezügeltes Bild. In Japan ist Manga gleichbedeutend mit Comic zu setzen, in Europa steht der Begriff für spezifisch japanische Comics, denen neben dem Zeichenstil meist auch die romantische Story aus dem Bereich der Fantasie gemeinsam ist. Mangas haben in Europa den Comic einer weiblichen Zielgruppe erschlossen.

Wie viel Arbeit in einer solchen scheinbar leicht hingeworfenen Comiczeichnung steckt, erzählt die Künstlerin: "Am Anfang steht natürlich die Idee oder das Motiv. Dann zeichne ich in ca. 30-60 Minuten eine erste Schwarzweißskizze. Mit Tusche wird diese Skizze dann zum vorläufigen Bild. Auch das dauert wieder je nach Größe ein bis zwei Stunden. Der aufwändigste Schritt stellt die nachträgliche Colorierung des Bildes dar. Ich verwende dafür spezielle Stifte mit einer pinselartigen Spitze, von denen ich mittlerweile für die verschiedenen Farbtöne 300 Stück besitze. Diese Arbeit kann Stunden oder Tage dauern, das kommt ganz darauf an, wie viele Farbe ich verwende."

Ann-Kathrin hat sich das Mangazeichnen autodidaktisch beigebracht und hierbei in den letzten acht Jahren eine solche Professionalität entwickelt, dass sie mittlerweile als Mangaka anderen den japanischen Zeichenstil beibringt (Mangaka ist das japanische Wort für eine Mangazeichnerin). Für sie selber soll das Zeichnen der Mangas allerdings ein Hobby bleiben. Nach dem Abschluss der Fachoberschule möchte sie gerne im Bereich Game-Design arbeiten.


 

RETROSPEKTIVE HEDI BAUMANN

21.Mai bis 09.Juli 2011

Seit fast 50 Jahren reflektiert die Malerin Hedi Baumann ihr persönliches Umfeld. Anfangs orientierte sie sich am Expressionismus und malte eher gegenständlichen Bildern, in späteren Jahren treten immer mehr gesellschaftspolitische Themen und Motive in den Vordergrund, die zunehmend abstrahiert und teilweise provokant dargestellt werden. Die Darstellung führt oft zu sehr emotionalen Reaktionen beim Betrachter - ob positiv oder negativ, die Malerin freut sich über die Auseinandersetzung mit ihren Werken. Das feine Gespühr für Farben, die Ausgewogenheit der Formen und die Lust Neues auszuprobieren zeichnen Hedi Baumann´s Werke aus.

In unserer Ausstellung zeigen wir eine Auswahl der frühen expressionistischen Landschafts- und Städtebilder, einige den "Zeitgeist" wiederspiegelnde Werke sowie ein paar neuere in kräftigen Farben, Formen und Linien gehaltenen Abstraktionen.

» Süddeutsche Zeitung vom 08.Juni (PDF)


SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND
Zeitgenössische argentinische Kunst im Dialog mit ihrem Spiegelbild

01.März bis 05.Mai 2011

Verschiedene argentinische Künstler haben den Spiegel als Symbol ihres inneren Ich verwendet. In der argentinischen Literatur haben Schriftsteller wie Jorge Luis Borges und die Poetin Alejandra Pizarnik den Spiegel in ihr Werk integriert. Der Spiegel ist in der Kunst das Abbild der Künstlerseele auf jedweder Oberfläche, sei es Wasser, Glas, oder ein glänzender Tisch. Der Traum und diemErinnerung sind ein Weg, gewisse eigene Attribute darzustellen und aus demmeigenen Blickwinkel das Selbst oder jenes der anderen zu betrachten. Das Denken im Spiegelbild, der Andere im Spiegelbild: Im Traum vermischen sich Erinnerungen mit Sehnsüchten. Diese Bilder zeugen von einer Vergangenheit, einer Gegenwart oder einer herbeigesehnten Zukunft. Wenn wir ein künstlerisches Werk sehen, fragen wir uns: Was steckt hinter diesem Bild, hinter jener Darstellung? An dieser Stelle tritt das Dargestellte in den Hintergrund und das Mysterium übernimmt seinen Platz.

Kuratorischer Text von Mariela Gómez Erro

 

Ausstellende Künstler

  • Florenca Almiron
  • Amalia Carrara
  • Gustavo Damelio
  • Tamara Domenech
  • Fernando Evangelista>
  • Juan Jalil
  • Laura Lopez
  • >Mariellage
  • Raquel Masci
  • Celeste Palacios
  • Adriana Perez


 

LUISA KOCH - OBJEKTE UND SKULPTUREN

17.Januar bis 11.Februar 2011

Nichts für schwache Nerven und zaghafte Gemüter ist die Ausstellung der Akademieschülerin Luisa Koch in der Galerie kunstvoll in Höhenkirchen. Im Vorraum steht eine mehr als einen Meter durchmessendes kugelförmiges Gebilde, das mit Haut zu überzogen sein scheint. Im Inneren der rot- glimmenden Kugel sind amorphe Form auszumachen, die sich gegen die Hülle drücken und stemmen. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich diese sich windenden Formen als schemenhafte Gestalten. Nach und nach erkennt man dann Füße, Hände, einen Rücken und schließlich ganze menschliche nackte Körper im Inneren. Es sind Gefangene. Für Luisa Koch, die im 7.Semster in der Bildhauerklasse an der Kunstakademie München studiert, stellen diese gefangenen Körper "das menschliche Leben dar, welches selbst in seiner Existenz gefangen ist. Wir können uns vom gebunden Sein an den sterblichen Körper nicht lösen, egal wie sehr sie es auch versuchen." Die unheimliche Atmosphäre wird gesteigert von der Videoinstallation "Schreie", der Gesichtsmaske "Ich und meiner Selbst" und der "Nabelschau". Die sich überlagernden "Schreie" der Videoinstallation verstärken den grusligen Effekt der Lichtskupltur. Im ersten Moment meint der Betrachter, die gefangenen Körper senden Hilferufe an die Umwelt. Doch dann fällt der Blick auf den Bildschirm der Videoinstallation in der Luisa Koch eine ursprüngliche Emotion des Menschen, einen Schrei, mehrfach überlagert und so ein Klanggeflecht, ja fast eine Melodie, entsteht. Die "Nabelschau" ist eine Skulptur aus zusammen genähten Haut-Teilen des Bauchnabels. Sie symbolisiert die Vervielfältigung der Fixierung auf sich selbst und kann als Umhang getragen werden. So kann der eigene Blick nichts anders als den eigenen Nabel anzusehen. Ebenfalls aus Silikon ist die Gesichtsmaske "Ich und meiner Selbst": Sie besteht aus Nachbildungen der Haut einer zur Faust geballten Hand. Luisa Koch wollte hier die Kraft und Energie darstellen, die der Mensch in der modernen Gesellschaft gezwungen ist nach außen zu zeigen, egal wie es in seinem Inneren auch aussehen mag. Gleichzeitig wird der Schönheitswahn thematisiert, der Körper unterliegt dem permanenten Druck zur Verbesserung und Optimierung. Luisa Koch wurde 1985 geboren und studiert an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Prangenberg. Vor ihrem Studium hat die junge Künstlerin eine Ausbildung zur Holzbildhauerin absoviert, 2009 gewann sie den 1.Preis der Dannerstiftung.

»&www.luisakoch.com